Ein Artikel aus der Freie Presse Samstag, 6. Juni 2015

Martin Kleindienst ist jung und engagiert im Musikverein Lichtenstein. Er wurde gestern ins Schloss Bellevue geladen. VON EVA MARIE STEGMANN

— Ob zum Arbeiten in einer anderen Stadt oder zum Studium immer mehr junge Menschen verlassen
die Region.Kein Wunder,dass sich der fehlende Nachwuchs auch in den Vereinen bemerkbar macht: in Lichtenstein, Hohenstein-Ernstthal oder St.Egidien. Der Musikverein Lichtenstein ist eine der großen Ausnahmen. „Unser Altersdurchschnitt liegt bei 20 Jahren“, sagt Martin Kleindienst, der in dem 60-köpfigen Orchester das Tenorhorn spielt. Dahinter steckt eine Strategie. Und hinter dieser Strategie stecken Ehrenamtliche wie der 35-jährige Lichtensteiner, der in den Vorstand des Musikvereins eintrat, als er volljährig wurde und nun seit 13 Jahren Schatzmeister ist. Für seinen Einsatz wurde Martin Kleindienst gestern zusammen mit mehr als 200 anderen Ehrenamtlichen aus ganz Deutschland vom Bundespräsidenten Joachim Gauck geehrt. Solche Empfänge finden regelmäßig auf Schloss Bellevue in Berlin statt. Das Besondere gestern: Geladen waren ausschließlich junge Menschen. Diejenigen also, nach deren Einsatz sich die Vereine in der Provinz sehnen, weil sie fürchten, auszusterben. Der Musikverein Lichtenstein muss sich derlei Sorgen vorerst nicht machen. Martin Kleindienst: „Wir konnten unsere Mitgliederzahl von 1990 bis heute verfünffachen.“ Von den derzeit 120 Musikern sind 83 jünger als 27 Jahre. Kleindienst, der vom Mu- sikverein für die Gauck-Ehrung vorgeschlagen wurde, sagt, dass dahinter kontinuierliche Nachwuchsarbeit steht: Der Verein bietet musikalische Früherziehung an und lässt sich immer wieder an Schulen und Kindergärten sehen, gibt etwa am beruflichen Schulzentrum Konzerte und kooperiert mit der Bläser AG der Kleist-Oberschule. Was hat der Schatzmeister damit zu tun? Sehr viel. Denn er schlägt sich mit den Fördermittelanträgen für das Geld herum, das in den Nachwuchs gesteckt wird. Er ist hinterher, dass der Freistaat und die Stadt Lichtenstein den Verein jährlich mit einer fünfstelligen Summe unterstützen. „Unser Ziel ist es, dass kein Kind aus finanziellen Gründen außen vor bleibt“, sagt Martin Klein- dienst. Der Musikverein leiht Mitgliedern kostenlos Instrumente und gewährt Familien Nachlässe. Martin Kleindienst hilft dem Ver- ein aber nicht nur, indem er Förder- mittel einheimst, sondern hat auch selbst zwei Nachwuchsmusiker für den Verein gewinnen können: Sein vierjähriger Sohn Leo übt bei der musikalischen Frühförderung Flöte. Der achtjährige Ben spielt im Nachwuchsorchester Schlagzeug. Auch seine Frau Andrea. Kennengelernt haben sich die zwei im Musikverein. Martin Kleindienst: „Wir sind eine richtige Musikerfamilie.

 

kleindienst

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