Für großes Instrument braucht der Spieler gute Kondition

DA IST MUSIK DRIN
Westsachsen, wie es singt und klingt. Heute: Sebastian Brechtel spielt im Musikverein Lichtenstein die Tuba.

VON MARKUS PFEIFER LICHTENSTEIN — Zum Wiegen seiner Tuba hat Sebastian Brechtel vom Musikverein Lichtenstein extra eine Kofferwaage mitgebracht. Die zeigt elf Kilogramm an. Sein Vereinschef Mario Müller hatte auf weniger als die Hälfte getippt. „Im Sitzen ist es eigentlich unproblematisch, da hat man die Tuba auf dem Oberschenkel“, sagt Sebastian Brechtel. Der 27-Jährige gehört seit 2001 zum Musikverein und hat früher Trompete sowie Bariton, zwei deutlich leichtere Instrumente, gespielt. Als dann irgendwann ein Tubist fehlte, fiel die Entscheidung für das größte Blasinstrument im Orchester. Etwa einen Meter ist es hoch, der Durchmesser liegt bei einem knappen halben Meter. Da wundert es nicht, dass die Handhabung schon schwieriger wird, wenn die Musiker marschieren oder eine längere Zeit stehen müssen. Dafür gibt es aber einen speziellen Tragegurt. „Damit verteilt sich das Gewicht besser“, sagt der Hobbymusiker, der gebürtiger Lichtensteiner ist und derzeit in Zwickau lebt. Als Verwaltungsfachangestellter ist Brechtel im Landratsamt tätig. Neben der Musik gibt es regelmäßiges Handballtraining, was auch mit Blick aufs Tubaspiel nicht schaden kann. Denn da ist Kondition gefragt. „Man spielt ja fast vom Anfang bis zum Ende durch. Die anderen im Orchester haben größere Pausen“, erklärt Brechtel.

Die Tuba mit ihren typischen tie- fen Tönen ist mitverantwortlich für den Rhythmus des Orchesters und gehört zu dessen Klangbasis. Damit das zu schaffen ist, wird viel Luft gebraucht. Das Mundstück des Instruments ist deutlich größer als bei der rompete oder anderen Instrumenten, was ebenfalls eine Herausforderung ist. „Wenn wir marschieren, muss man ja neben den Noten, dem akt und dem Dirigenten auch die Umgebung im Auge behalten“, bechreibt Brechtel, dessen Sichtfeld durch das riesige Instrument natürlich eingeschränkt ist.

 

Es überrascht auch nicht, dass die Tuba ziemlich kostenintensiv ist. „Sie ist eines der teuersten Instrumente. Im Orchester haben wir Exemplare zwischen 4000 und 7000 Euro“, sagt Mario Müller. Sebastian Brechtel kennt aber noch deutlich exklusivere Modelle. Bei einem Workshop mit einem TubaProfi hatte dieser ein Instrument im Wert von 25.000 Euro im Einsatz. Gefertigt wird die Tuba aus Blech einer bestimmten Messinglegierung, das mit viel Aufwand gebogen, verschweißt und geschliffen wird. Die Lichtensteiner Musiker waren

 

schon in Markneukirchen zu Gast und haben sich angeschaut, wie die Blasinstrumente von Experten hergestellt werden. Nachwuchs für die Tuba zu finden, ist nicht immer ganz einfach, sagt der Vereinsvorsitzende Mario Müller. „Unsere Jüngsten passen da ja fasst rein“, sagt er mit einem Augenzwinkern. Deshalb ist es eher so, dass Musiker später zur Tuba wechseln, die im 65-köpfigen Orchester des Musikvereins zweimal vertreten ist und zusammen mit anderen Instrumenten den Basssatz bildet.

 

Sechs Fragen an Sebastian Brechtel

Was ist Ihr Lieblingslied? Das ist schwierig. Bei unserer Musik mag ich Udo Jürgens. Von seinen Liedern spielen wir ein Medley, das kommt immer gut an. Ansonsten mag ich auch Deutschrock oder Hip-Hop. Eigentlich bin ich da ziemlich flexibel. Auf jeden Fall mag ich selbst gemachte Musik

Gibt es etwas, das Ihnen überhaupt nicht gefällt? Das gibt es nur wenig. Volksmusik muss aber nicht sein. Welchen Musiker würden Sie gern wiederbeleben? Schwere Frage. Da fällt mir als Erstes Chester Bennington von Linkin Park ein. Er ist letztes Jahr gestorben. Diese Band hätte ich mir gern einmal live angeschaut.

Was war Ihr schlimmstes Konzert? Das war nicht direkt ein Konzert, sondern unser Auftritt beim Tag der Sachsen in Limbach-Oberfrohna. Da gab es immer Regen und Hitze im Wechsel. Außerdem mussten wir da sehr weit laufen. Unter den Regencapes war die ganze Sache kaum auszuhalten.

Wie lange hält bei Ihnen ein Ohrwurm? Das kann schon eine Weile dauern. Es sind die Sachen, die wir im Orchester proben. Die bleiben auf jeden Fall hängen. Das geht dann so lange, bis meine Frau sagt, dass ich das Radio einschalten soll.

Welches Lied würden Sie verbieten? Prinzipiell würde ich nichts verbieten.

 

 

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